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ERNST TOCH UND FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY

Jung Won Seibert-Oh (Violine) & Christian Seibert (Klavier)

Zum Programm:

Der Komponist Ernst Toch wurde am 7. Dezember 1887 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Wien geboren. Schon in jungen Jahren eignete sich Toch musikalische und kompositorische Grundkenntnisse an, weitestgehend als Autodidakt. Seit wichtigster Schaffensbereich bildete zeitlebens die Kammermusik , obgleich sein heutiger Ruhm sich vorrangig auf der Filmmusik (z.B. das „Hallelujah“ aus der „Der Glöckner von Notre Dame“) und der sinfonischen Musik (z.B. die mit dem Grammy-Award geehrte 3. Sinfonie) gründet.


Wie viele seiner musikschaffenden Zeitgenossen, ereilte Ernst Toch in den 30ger Jahren des 20. Jahrhunderts das Schicksal von Repression und Verfolgung. Daher sah sich Toch bei Hitlers Machtergreifung im Jahre 1933 gezwungen zu emigrieren. Von 1936 an lehrte Toch an verschiedenen amerikanischen Universitäten, arbeitete als Komponist von Filmmusik für die Produktionsfirma Paramount und erlangte schließlich die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.


In seinen selten gespielten Werken für Kammermusik und Soloklavier entwickelt Ernst Toch  eine ganz individuelle unkonventionelle Musiksprache, die sich in einer großartigen Mischung zwischen romantischer Stilistik und neuer Sachlichkeit bewegt.


Mit der Sonate in F-Dur für Violine und Klavier  ist den Werken Tochs  eine der bekanntesten und virtuosesten Kammermusikwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy gegenübergestellt.  Mendelssohn entstammte einer angesehenen bürgerlichen jüdischen Familie  und gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der romantischen Epoche.

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Lieder ohne Worte op. 62 Nr. 6 „Frühlingslied“ (Arrangiert für Violine und Klavier von Fritz Kreisler)


Ernst Toch (1887-1964)

Capriccetti op. 36

Zart, nachdenklich

Lebhaft

Graziös, heiter

Sehr zart und innig

Mit augelassenem Humor


Ernst Toch (1887-1964)

Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 op. 44

Trotzig, Anstürmend

Intermezzo: Tänzerisch  - Grazios (Allegretto)

Allegro Guisto


Pause


Ernst Toch (18887-1964)

10 Konzertetüden op. 55 (Auswahl)

Nr. 1 Quasi grave

Nr. 2 Phantom: Ruhig fließend, sehr zart

Nr. 3 Lebhaft

Nr. 4 Allegro

Nr. 5 Sehr rasch


Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

Sonate F-Dur für Violine und Klavier

Allegro vivace

Adagio

Allegro vivace

Jung Won Seibert-Oh studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Prof. Feltz und an der Universität der Künste bei Prof. Weithaas und Prof. Hartog. Zusätzliche künstlerische Impulse be- kam sie in einem Aufbaustudiengang an der Hochschule „Carl Maria von Weber“ bei Prof. Holloway. Seibert-Oh ist 1. Preisträgerin des Jungang-Verlag-Wettbewerbs für Jugend in Korea und des „Concours Luxembourgeois pour jeunes Soloists“. Bereits in der Studienzeit begann Seibert-Oh intensiv Kammermusik zu spielen, unter anderem in ihrem eigens gegründeten Oh-Quartett oder dem Cuarteto Bando, welches sich argentinischem Tango widmet. Nach Engagements bei der Dresdner Philharmonie und dem Gewandhausorchester Leipzig ist Jung Won Seibert-Oh seit 2007 stellvertretende Stimmführerin der zweiten Geigen des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt.


Christian Seibert stammt aus einer Musikerfamilie und schloss 2003, nach anfänglichen Unterricht bei seinem Vater, dem Pianisten und Kammermusiker Prof. Kurt Seibert, sein Studium bei Prof. Pavel Gililov an der Hochschule für Musik für Köln mit dem Erhalt des Konzertexamens ab.

Wettbewerbserfolge, darunter der Internationale Robert- Schumann-Wettbewerb in Zwickau, ebneten ihm früh den Weg zu einer regen internationalen Konzerttätigkeit und zur Aufnahme in zahlreiche Förderprogramme. Sein besonderes Interesse für die Musik der Jahrhundertwende fand künstlerisch in zahlreichen und von der Presse international hochgelobten CD-Veröffentlichungen, unter anderem mit den Werken Ernst Tochs,  seinen Niederschlag. Aktuell erschienen ist eine Solo-CD mit Werken von Nino Rota. Christian Seibert ist künstlerischer Leiter des 2017 des von ihm gegründeten Festivals „PianOdra“ in Frankfurt (Oder) sowie des „Schwandorfer Klavierfrühlings“. 2013 gründete er außerdem die KleistMusikSchule in Frankfurt (Oder).